Franca Hähle | Drucken07.11.2012 

Grimm hoch drei

Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Grimmschen „Kinder- und Hausmärchen“ inszeniert Marion Firlus „Grimm Geschichten“ auf der kleinen Bühne des TdJW

Fotos: Tom Schulze

Wie zwei Jahrmarktsburschen kommen sie daher, die zwei Brüder Jakob (Dirk Baum) und Wilhelm „Willy“ (Wilfried Reach) Grimm von der Märchenanstalt „Frohes Wunder“. Diese werden ihren Zuschauern an diesem Nachmittag drei phantasiereiche Geschichten erzählen, denn Märchen gehen immer. Also ran an den „Grimmi“.

Nacheinander beleben sie die Figuren aus „Der gestiefelte Kater“, „Rumpelstilzchen“ und „Rotkäppchen“ zum Leben und jagend temporeich von Rolle zu Rolle. Dabei lassen sie viel Platz für Phantasie, indem sie eben nicht alles strikt vorgeben und auf den Punkt nachahmen, sondern eben wirklich erzählen und spielen, und diese Ebenen auch immer sichtbar machen.

Den perfekten Raum für diese drei Märchenerzählungen bildet eine dreigeteilte Drehbühne, die für die ersten zwei Märchen sehr kreativ genutzt werden. Diese Drehbühne muss zudem von den zwei Spielern selbst in Bewegung gebracht werden. Nach und nach befördern sie so die drei liebevoll tapezierten Räume zum Vorschein, die zu einer Mühle, einem Schloss, einer Burg oder einem Wald umfunktioniert werden.

Mimik und Gestik der zwei Akteure sitzen in den zwei Erzählstücken auf den Punkt und in dem Puppenspiel zum Schluss sind die beiden Figurenspieler in ihrem Element. Dirk Baum gibt einen mondänen gestiefelten Kater, der ein wenig an die Grinsekatze aus Alice im Wunderland erinnert.

Die vielen Figurenwechsel verlangen den sehr galanten und vielfältigen Spielern einiges ab, diese Prüfung bestehen sie aber mit Bravur. Allein die Ebene der Erzähler Jakob und Willy ist mitunter doch recht chaotisch und schmälert die spielerische Höchstleistung. Das schnelle Spieltempo und die vielen Wechsel zwischen diversen Figuren und der Erzählerolle würden für die Vielfalt des Stückes ausreichen. Die Fäden und Neckereien, die sich zwischen den erzählenden Brüdern zusätzlich ereignen, führen dann doch zum Überdruss.

Die Inszenierung von Marion Firlus bietet einen unterhaltsamen Ausflug in die Märchenwelt. Genau das Richtige für die kommende Vorweihnachtszeit.

Grimm Geschichten

R: Marion Firlus

Mit: Dirk Baum, Wilfried Reach

Premiere: 3. November 2012, TdJW, Etage Eins


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