| Drucken26.04.2002 

Pressekonferenz zur neuen Theatersaison

26.05.2002

Pressekonferenz im Schauspielhaus Leipzig zur neuen Saison

Alle Beteiligten der Pressekonferenz betonten unisono, dass die neue Spielzeit ein buntes, aufregendes Programm bereithält, das jedermann ansprechen wird. Man nützte die Gelegenheit auch, um die versammelte Presse darüber zu informieren, dass die seit April stattfindenden Sanierungsarbeiten im großen Haus bisher im Zeitplan liegen. Der Intendant Wolfgang Engel gab sich äußerst optimistisch: Das Schauspielhaus wird am 2. November mit der Komödie ?Haus und Garten? des Engländers Alan Ayckbourns unter seiner Regie wiedereröffnet werden, und das Stück sei ein echter ?Knaller?.

Man hat sich einiges für die neue Spielzeit vorgenommen. 15 Neuinszenierungen sind für 2002/03 vorgesehen. Vor allem die neue Mannschaft in der Dramaturgie, Skadi Reimer aus Leipzig und Sonja Bachmann aus Kassel, soll frischen Wind in das Theaterleben der Stadt bringen. Michael Raab, der neue designierte Chefdramaturg, zuletzt an den Münchner Kammerspielen tätig, gibt klar die Zielrichtung vor; ihm geht es besonders um die weitere ?Profilierung der verschiedenen Spielstätten?.

Das große Haus soll das Aushängeschild des Schauspiels sein, wo besonders ?die großen, substanziellen Gegenstände? zur Aufführung gebracht werden. Nach Aussage von Michael Raab ließ man sich bei der Auswahl der Stücke von der Überlegung leiten, wie man einen Saal, der nach dem Umbau circa 680 Plätze haben wird, voll bekommen kann (die bisherige Auslastung lag im Zeitraum vom August 2001 bis März 2002 bei 73,5 %). Und so überrascht es nicht wenig, dass die Zuschauer auf der Hauptbühne Schillers ?Maria Stuart? (Regie: Karin Henkel) und mit ?Romeo und Julia? (Regie: Enrico Lübbe) ein weiterer Shakespeare erwartet. Des Weiteren sind von Arthur Miller ?Tod eines Handelsreisenden? (Regie: Markus Dietz) und ?Drei Schwestern? von Anton Tschechow geplant.

Auf dem Theater hinterm Eisernen erarbeitet Markus Dietz das naturalistische Trauerspiel ?Fräulein Julie? von August Strindberg und Armin Petras bringt eine Auftragsarbeit von Fritz Kater, der mit seinem Stück ?Vineta oder Wassersucht? einen großen Erfolg in Leipzig feierte, mit dem Arbeitstitel ?Steinrosen? zur Uraufführung.

Die Neue Szene wird weiterhin der Ort für Ur- und Erstaufführungen sein. Hier inszeniert man meist weniger bekannte Autoren. Der bisherige Erfolg, die Neue Szene weist eine Auslastung von 83,3 % auf, spricht für sich. Begonnen wird die neue Spielzeit mit dem Stück ?Auf dem Land? von Martin Crimp (Regie: Enrico Lübbe), von dem schon ?Attempts on Her Life? und ?Handel mit Claire? in Leipzig gezeigt wurden. Regisseur Peer Boysen übernimmt dann im Dezember die Uraufführung des Stücks ?Wildfremd? der jungen Autorin Shenja Keil. Weiterhin stehen Stücke wie ?Mein Neger? von Arne Sierens (Regie: André Turnheim), das gruselige Musical ?Shockheaded Peter? (Regie: Ulrich Hüni), ?Die Störche gehen, die Kälte kommt? der estnischen Autorin Merle Karusoo unter der Leitung von Sascha Bunge auf dem Programm.

Das Horch und Guck, das bisher ein wenig das Stiefkind des Schauspielhauses war, die Besucherauslastung lag bei nur 66 %, wird sich unter der neuen Leitung von Ulrich Hüni sicherlich profilieren können. Hier werden ein von der britischen Company FORCED ENTERTAINMENT entwickeltes Stück ?Quizoola? (Regie: Ulrich Hüni) und die deutschsprachige Erstaufführung von Gregory Burkes ?Gagarin Way? (Regie: Thorsten Duit), das als eine ?Kreuzung zwischen Reservoir Dogs und Warten auf Godot? beschrieben wurde, präsentiert.

Insgesamt erwartet das Publikum in der kommenden Spielzeit ein abwechselungsreiches und spannendes Programm. Ob die hochgesteckten Ziele erreicht werden, bleibt freilich abzuwarten. Wie heißt es so passend im 'Vorspiel auf dem Theater': ?Ich wünschte sehr, der Menge zu behagen, besonders weil sie lebt und leben läßt. Die Pforten sind, die Bretter aufgeschlagen, und jedermann erwartet sich ein Fest.?

(René Granzow)

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