Moritz Arand | Drucken19.05.2012 

„Wir verfolgen eine Null-Toleranz-Politik“

Fankultur: Der Pressesprecher von RasenBallsport Leipzig reagiert auf den Leipzig-Almanach-Artikel zu neonazistischer Kleidung in der Red Bull Arena

Blick ins Zentralstadion (Foto: Tobias Prüwer)

Die Reaktionen, die der Almanach-Artikel vom 15. Mai über neonazistische Kleidung im Zentralstadion hervorrief, hätten verschiedener nicht sein können. Die Kommentare in den Fan-Foren und direkt unter dem Artikel deckten ein weites Feld ab. Von klarer Zustimmung über relativierendes Abwinken bis hin zu unsachlichem Geschwätz war alles zu lesen, was die Fans von RasenBallsport Leipzig über den beschriebenen Vorfall denken.

Infolgedessen hat nun der Pressesprecher von RB Leipzig, Sharif Shoukry, gegenüber dem Leipzig-Almanach zum Vorfall Stellung bezogen. In einem persönlichen Gespräch stellte Shoukry klar, dass es seit 2009 ein Verbot der Marke Thor Steinar und anderer eindeutiger rechtslastiger Bekleidungsmarken gibt. Warum dieses Verbot jedoch noch nicht in die Stadionordnung aufgenommen wurde, konnte er nicht erklären. „Wir werden das auf der nächsten Vereinssitzung thematisieren“, versicherte der Pressesprecher. Wenn nötig, werde hier nachgebessert.

Laut Sharif Shoukry setzt sich RB Leipzig gegen Ausgrenzung jeglicher Art zur Wehr: „Wir verfolgen gegenüber extremistischen, rassistischen, rechtsextremen, antisemitischen und homophoben Tendenzen eine Null-Toleranz-Politik.“ Ebenso versicherte er, dass alles dafür getan werde, um solche unerwünschten Vorfälle zu vermeiden. Die Ordner würden vor jedem Spiel angewiesen, auf Symbole und Kleidermarken zu achten, die der Marke Thor Steinar oder Consdable zuzuordnen sind. 300 Abweisungen gab es nach Informationen des Pressesprechers bereits. Viele auf Seiten der Gäste-Fans, einige allerdings auch auf Seite der RB-Fans. Dass dabei einige durchschlüpfen können, lasse sich nie ganz ausschließen.

Es sei immer erlaubt und erwünscht, so Shoukry, Vorfälle welcher Art auch immer bei der Security oder den Fan-Beauftragten zu melden, um zu vermeiden, dass sich neonazistisches Gedankengut oder anders geartete extremistische Tendenzen auf Dauer im Stadion einnisten können.

„Toleranz hat Grenzen. Thor Steinar im Zentralstadion: Ist das Verbot von Nazi-Marken bei RB Leipzig noch nicht angekommen? Ein Kommentar“

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