Jenifer Hochhaus | Drucken | Kommentar (1)16.08.2007 

Johnny Depp: Ein Stück Filmgeschichte

Die Biographie bietet viele Infos, aber wenig Intimes

Ein Rebell ist ein Aufrührer, Aufständischer, jemand, der sich auflehnt, widersetzt und empört. Ist das Johnny Depp, der sympathische Pirat aus Der Fluch der Karibik, der verträumte Schriftsteller aus Wenn Träume fliegen lernen und das Teeny-Idol aus 21 Jump Street? Nach Meinung des Journalisten Brian J. Robb schon. In seinem neuen Buch Johnny Depp. Biografie eines Rebellen beschreibt er ausführlich die filmische Laubahn des Schauspielers, die sich durch außergewöhnliche Rollen und unkonventionelle Spielweise auszeichnet.

Doch trotz des Titels wird Johnny Depp in dem Buch nicht als ein Rebell gekennzeichnet, sondern eher als verträumter und romantischer Mann, der sich für die Außenseiter der Gesellschaft interessiert und diese ganz realistisch und mit viel Leidenschaft in seinen Rollen darstellen will - nur zum Teil mit rebellischen Zügen, viel öfter mit einem liebenswerten, aufopfernden und stets unkonventionellen Charakter.

Der Autor schafft es in dieser Biographie die Karriere Depps detailgetreu, interessant und sachlich zu würdigen, ohne sich dabei in pathetischen Lobeshymnen zu verlieren. Als Leser lernt man ein Stück vergangener, gegenwärtiger und zukünftiger Filmgeschichte kennen, bekommt Lust bisher unbekannte Filme anzuschauen und sich mit Depps Kollegen, Regisseuren und deren Lebenswerk näher zu beschäftigen. Allerdings bleibt hinter den zahlreichen Details, den Lebensgeschichten von Schauspielern und Regisseuren und den Inhaltsbeschreibungen der Filme Depps Persönlichkeit stellenweise etwas zurück. So wird seine Rollenwahl auf die Einsamkeit, ausgelöst durch die Scheidung seiner Eltern, und sein Privatleben auf die Suche nach einer Familie reduziert.

Obwohl man sich manchmal etwas tiefgründigere Blicke in die Persönlichkeit Depps wünscht, schafft es Robb das Spezifische des Schauspielers darzustellen: seine Art, sich voll und ganz in den Charakter einzufühlen, stets die eigenen, unkonventionellen und oft waghalsigen Ideen einzubringen und so nicht nur Schauspieler, sondern zugleich auch die dargestellte Person zu sein.

Robb überzeugt in dem Buch mit seinem filmspezifischen Wissen, seiner Leidenschaft zu Depp, die stets sachlich begründet wird, und mit kleinen, gut recherchierten Anekdoten. Für alle Filmfans, die ein Stück Filmgeschichte einschließlich nicht veröffentlichter Filme näher kennen lernen möchten, ein gelungenes Buch. Denjenigen, die eine Einsicht in das Privatleben und die Skandale Depps erwarten, sei ein Blick in die Klatschzeitschriften anstelle dieses Buches empfohlen. Denn so rebellisch wie durch den Titel angekündigt scheint Johnny Depp gar nicht zu sein.

Brian J. Robb: Johnny Depp. Biografie eines Rebellen
Ubooks
Diedorf - 2007
283 S. - 14,95 €
www.ubooks.de

Mehr zu Johnny Depp:

21.08.2006
Die Rückkehr des Fliegenden Holländers: Fluch der Karibik 2 begeistert (Tobias Prüwer)

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Kommentare lesen und hinzufügen (1)

Klara schrieb am 12.04.2010 um 22:56 Uhr:

30. August 2007
Rebellenbiografie ohne Skandale? Muß ja n tolles Machwerk sein.

 
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