Thomas Böhme | Drucken21.02.2002 

Ein Gedicht ohne Augen

EIN GEDICHT OHNE AUGEN
ist so gut wie gar kein Gedicht,
es sei denn, es ist ein Gedicht
mit Mund, aber ohne Augen,
oder es ist ein Gedicht
mit Ohren, wenn schon
ohne Mund oder Augen.

Und ein Gedicht ohne Gesicht
ist nur dann ein Gedicht,
wenn wenigstens Hals oder
Rumpf oder Schultern,
Nabel, Brustwarzen oder das
stolze Geschlecht das Gedicht
zum Gedicht machen.

Und schon gar nicht ist
ein Gedicht ohne Leib und
Gesicht ein Gedicht, wenn nicht
Hand oder Fuß oder Schenkel
es erhöhen. Überhaupt ein Gedicht
ohne Knie, stell dir vor,
ein Gedicht ohne Knie!


Thomas Böhme im Poetenladen

 

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