Radjo Monk | Drucken17.05.2002 

Sieben Gedichte und ein Prolog (2)

Mulde bei Kössern

Im Schattenriß knorriger Obstbäume wandeln
alte Frauen auf dem Damm. Wie ein ausgezahnter
Kamm steigen Enten aus der Uferböschung, Steine
lugen vom Flußgrund. Ich träume: Wäre ich ein

Bauer und fände pflügend den Zündschlüssel
für den großen Wagen – ich führe am Himmel
dahin und würde lachen über meine Fragen
nach woher und wohin, denn alles läge noch
vor mir, auch der verlorene Sinn und ich

könnte die Enten einholen, sogar die Frauen,
die sich in der Januarsonne verjüngen.


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