Frank Sindermann | Drucken27.05.2004 

Ein anstrengender Abend

Ein Konzert zum 100.Todestag des Antonin Dvoráks mit Cellist Claudio Bohórquez

Am 1. Mai 2004 jährte sich zum 100. Mal der Todestag Antonin Dvoráks. Aus diesem Anlass spielte das Gewandhausorchester in seinem jüngsten Grossen Concert ein Programm ausschließlich mit Werken des tschechischen Komponisten. Zu hören waren die beliebte "Karneval"-Ouvertüre, das Violoncellokonzert und die siebente Sinfonie. Abgesehen vom erstgenannten Werk bekam das Publikum damit durchaus schwere Kost vorgesetzt; denn sowohl das Konzert als auch die Sinfonie stellen erhebliche Anforderungen an diejenigen, welche die Werke hörend nachvollziehen wollen.

Die Aufführung leitete Thomas Dausgaard, welcher für den erkrankten Herbert Blomstedt eingesprungen war. Bei allen Zugeständnissen, welche bei derlei Umdispositionen zu machen sind, kann doch nicht darüber hinweg gesehen werden, dass das musikalische Niveau im großen und ganzen kaum einmal über gutes Mittelmaß hinaus gelangte. Dies ist aber nicht allein dem Dirigenten anzulasten.

So mancher Stimmgruppen-Einsatz glich einem unfreiwilligen Arpeggio-Effekt, und über lange Strecken klang das Orchester seltsam undifferenziert und dumpf. Konnte die eröffnende Konzertouvertüre noch durch mitreißenden Schwung und glanzvolle Effekte begeistern (aber der Schluss: zu schnell und dadurch nicht homogen), zeigte bereits das Violoncellokonzert erhebliche Probleme in der Kommunikation zwischen Solist und Dirigent, was Tempofragen anging. Und die Sinfonie büßte durch kleinere Unstimmigkeiten, v. a. rhythmischer Art, einiges an Wirkung ein. Auch die zahlreichen wunderbaren Soli von Horn, Klarinette etc. änderten nichts an der Tatsache, dass dieses Jubiläumskonzert eine ziemliche Enttäuschung war.

Antonin Dvorák:

Konzertouvertüre "Karneval" op. 92
Violoncellokonzert op. 104
Sinfonie Nr. 7 op. 70

Solist: Claudio Bohórquez, Violoncello
Gewandhausorchester
Dirigent: Thomas Dausgaard

27. Mai 2004, Gewandhaus, Großer Saal

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