Stefan Rosmer | Drucken07.11.2002 

Leipziger Streichquartett mit Beethoven

CD-Rezension: Streichquartette Es-Dur op. 127 und a-moll op. 132

Dem Leipziger Streichquartett ist mit der vorliegenden Aufnahme eine durchweg stimmige und überzeugende Interpretation der ersten beiden von Beethovens sechs letzten Streichquartetten gelungen. Das Ensemble musiziert technisch und was das Zusammenspiel angeht auf höchstem Niveau, dabei ohne Emphase und Pathos und immer sehr nah am Notentext. An dieser unaufgeregten, sich dem Text verpflichtenden Art zu spielen, mag es liegen, dass die CD ein gutes Stück Gelassenheit und (Selbst-)Sicherheit ausstrahlt. Diese Haltung verträgt sich gut mit diesen beiden Werken, wenn dennoch so engagiert und mitteilsam gespielt wird, wie es das Leipziger Streichquartett tut. So haftet der Aufnahme auch nichts Nüchtern-Distanziertes und Interesseloses an, vielmehr man hört das Engagement der Musiker. Den Stücken erweisen sie damit einen guten Dienst. Wirklich zu beanstanden gibt es hier nichts, das Ensemble spielt im Grund genommen perfekt.

Andererseits jedoch präsentiert das Leipziger Streichquartett auch keine tatsächlich neue oder überraschende Sicht auf die Werke, bisweilen hat man fast den Eindruck, man habe das alles schon einmal so gehört. Und so lassen sich, wenn man die Aufnahme mit anderen, wie der des Alban Berg-Quartetts, des Tokyo String Quartet's oder auch der älteren des Amadeus-Quartetts vergleicht, in keinem der drei Fälle wirklich wesentliche Unterschiede heraushören. Faszinierend anders wirkt die Aufnahme des Leipziger Streichquartetts leider nie.

Ähnliches gilt für die Aufnahme-/Klangqualität der CD. Auch sie ist vorzüglich, um einen bedeutenden Qualitätsunterschied handelt es sich gleichwohl nicht, auch wenn sie sich mit dem Etikett ?audiophil?, was immer das heißen mag, versieht.

Trotz ihrer unbestritten hohen Qulität kann diese CD in letzter Konsequenz doch nicht überzeugen, sie hinterlässt trotz ihres Niveaus einen irgendwie unbefriedigenden Eindruck. Vielleicht wäre dafür etwas weniger Gelassenheit und etwas mehr Sich-Einlassen nötig gewesen.

Leipziger Streichquartett: Beethoven, Streichquartette Es-Dur op. 127 und a-moll op. 132

Dabringhaus und Grimm 2001. 17,99 EUR


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