Beate Hennenberg | Drucken19.06.2003 

Schubert Orchesterlieder

Die rumänische Sopranistin Ildiko Raimondi harmoniert mit den Wienern Philharmonikern unter Dirigent Michael Lessky

Unter dem Titel Schubert unerhört präsentiert die Sopranistin Ildikó Raimondi, Solistin an der Wiener Staatsoper, gemeinsam mit der Jungen Philharmonie Wien unter Leitung von Michael Lessky Orchesterlieder, die thematisch mit Franz Schubert in Verbindung stehen.

Die Absicht der Künstler war es, der Eintönigkeit einschlägiger Schubert-Lied-Veranstaltungen entgegen zu wirken und gleichzeitig Bekanntes und Neues auf künstlerisch hohem Niveau einem interessierten und avancierten Publikum anzubieten. Die Musikstücke wurden sorgfältig und akzentuiert in zweifacher Hinsicht ausgewählt: Eine Programmschiene bilden wegweisende Lieder Schuberts, die der nachfolgenden Komponistengenerationen so wertvoll waren, dass verschiedene namhafte Komponisten den originalen Klavierpart orchestrierten. Zu hören sind beispielsweise An Silvia (in einer erstaunlich lieblichen Instrumentierung von Michael Lessky), Ständchen (die Instrumentierung von Arnold Schönberg trifft den ländlich-volkstümlichen Ton), An die Laute (Instrumentierung Felix Mottl) und Ellens Gesang II (die Vorliebe von Johannes Brahms' für Bläser birgt einen eigenen Reiz).

Die zweite Schiene der CD beinhaltet Orchesterlieder, und zwar von Komponisten, die sich der repräsentativen Wirkung des Schubertschen Liedgestus produktiv annäherten. Die dessen neues Wort-Ton-Verhältnis für sich übernahmen und in neue Richtungen weiterentwickelten. Zu diesem Bereich gehören Gustav Mahlers Liebeslied Liebst du um Schönheit (ein kleiner Druckfehler auf der Rückseite des Covers tut nichts), Alexander von Zemlinkys Vertonung der Eichendorffschen Gedichts Waldgespräch oder Hugo Wolfs furioses Er ist's nach dem Gedicht von Eduard Möricke.

Es ist der gesamten Produktion die Freude am Programm und an der Musik anzuhören!

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