Babette Dieterich | Drucken17.05.2003 

Die Magie der Kontraste

Ein Solokonzert in Frauenkultur e.V.mit Ingeborg Freytag

Die Geige ist ein Schlag- und Zupfinstrument, aber streichen kann man sie auch. Zumindest Ingeborg Freytag, die vertrauten Instrumenten ungewohnte Klänge entlockt. Einer blauen Pioniertrommel widerfährt die große Ehre, mit karibischen Rhythmen bearbeitet zu werden. Geige und Bratsche hält die Multiinstrumentalistin, die mit vielen Instrumenten in vielen Klangheimaten zuhause ist, mal wie eine Gitarre, mal am Kinn und herkömmlich mit Bogen gestrichen. Eine spannende Reise, auf die uns Ingeborg Freytag mit ihrem Solokonzert "Blaue Lava" mitnimmt.

Die Quellen, aus denen die Musikerin die Blaue Lava speist, könnte man bezeichnen als Soul, New Folk, Urban Ritual Music. Doch das sieht Ingeborg Freytag nicht so eng: "Eine Freundin meinte, das nächste Stück klinge so ungarisch. Meinetwegen. Fahrt, wohin ihr wollt!" Mit dieser selbstironischen Art schafft Ingeborg Freytag immer wieder ein Gegengewicht zu den teilweise schwermütigen, sehnsuchtsvollen Klängen mit Elementen der Zigeunermusik oder Musik aus Georgien. Ein kecker Seitenblick lässt das Publikum immer wieder im Heute ankommen, wenn Ingeborg Freytags Klangmagie einen in fremde Welten entführt hatte.

Neben Geige und Bratsche sind es die Trommeln, die diesen Abend in großer Abwechslung erklingen. Ingeborg Freytag lässt sich von der Stimmung des Abends inspirieren, es gibt keinen festen Programmablauf, doch, wie sie zur Einführung sagte, "wir können vertrauen, dass sie weiß, wo es langgeht". So schreitet sie nach jedem Stück ihre Instrumente ab und nimmt in die Hand, was ihr für den Moment richtig erscheint. Improvisation. Ein wichtiges Element in der Musik Ingeborg Freytags. Da wird die Musik für die Musikerin selbst zur Reise, von der sie sich überraschen lässt, wo sie hinführt. Bei manchen improvisierten Stücken hat man etwas das Gefühl, dass die Musikerin den Schluss nicht findet, sie setzt immer wieder an, um etwas unvermittelt zu enden. Doch die Improvisation verleiht ihrem Spiel eine Frische und Unmittelbarkeit, die das wieder wett macht. Und nicht zu vergessen: Der Gesang tritt als weiteres Element zu Ingeborg Freytags Klanguniversum hinzu.

"Blaue Lava", schon im Name schwingt ein Kontrast mit, ist Lava doch eher rot. Doch diese Mischung aus Kopf und Bauch, aus Rhythmus und Melodie, Trommel, Gesang und Geige macht den Reiz des Abends aus. Schön, dass es Ingeborg Freytags Musik jetzt auch auf CD gibt. Sie heißt wie das Konzert: "Blaue Lava".

SOLOKONZERT

Ingeborg Freytag

Frauenkultur e.V. "Blaue Lava"

Weitere Informationen zur Musikerin, Workshops, CD-Bestellung unter:

www.claraton.de oder per eMail: info@claraton.de

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