Nico Thom | Drucken19.04.2002 

Weiter so!

Die Leipzig BigBand spielt Bernstein in der Schaubühne Lindenfels

Jeder, der was auf sich hält und eine flotte Sohle tanzen kann, sollte die Leipzig BigBand kennen. Die schmucke Kapelle um den Saxophonisten Frank Nowitzky bringt zu jeder Gelegenheit fluffiges und äußerst swingiges Notenmaterial unter die Leute. Da weiß man in der Regel schon vornweg, daß für jeden etwas zum Abhotten dabei sein wird; das breite Repertoire läßt meist keine Wünsche offen.

Bekannt ist die BigBand aber auch für konzertante Qualitäten, soll heißen, für den Mut zum Anspruch. Diesmal legte man die Meßlatte besonders hoch. Die für BigBand arrangierten Noten der West Side Story von Leonard Bernstein lagen auf den Pulten der Musiker, und diese hatten ordentlich zu tun. Bernsteins Musik fordert einer BigBand so einiges ab. Die West Side Story ist Bernsteins Traum von einem genuin amerikanischen Musiktheater. Sein Anliegen war es immer gewesen, über die Grenzen der Musik hinauszuweisen und die Realität künstlerisch darzustellen.

Die Probleme großstädtischer Jugendbanden lassen sich aber nur schwerlich durch BigBand-Musik adäquat übertragen. Deshalb wendeten die Veranstalter einen raffinierten Trick an. Sie kontrapunktierten die Musikstücke mit kleinen Ausschnitten aus dem Musicalfilm der West Side Story. Die herzergreifenden Szenen des leicht antiquierten Filmmaterials hinterließen allgemeine Heiterkeit beim Publikum. Zugegebenermaßen hätte man sich den Bernstein-Programmteil ausführlicher gewünscht; denn schon nach einer Dreiviertelstunde war er zu Ende.

Danach ging es mit Bewährtem weiter. Die BigBand griff in die Trickkiste und beschenkte alle Tanzeswütigen mit mal mehr, mal weniger bekannten Hits aus einem dreiviertel Jahrhundert BigBand-Geschichte. Wer da nicht tanzen wollte, war selber schuld.

Leipzig BigBand
Leitung: Frank Nowitzky

19.04.2002, Schaubühne im Lindenfels

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