Kati Zappek | Drucken18.09.2003 

Warme Stimmung in der Moritzbastei

Die Stefanie Schlesinger Group in Leipzig

Die lichtrotgetränkte Bühne barg an diesem Donnerstagabend nichts weniger als das Equipment einer Group. Diese war zum Duo zusammengeschrumpft: Stefanie Schlesinger, Gesang, und Wolfgang Lackerschmid am Vibraphon boten Jazz -Eigenkompositionen von Herrn Lackerschmid und alte Standards.

Pünktlich die Bühne betretend, so pünktlich, dass die Musik im Zuschauerraum noch lief und für Verwirrung sorgte, vermochten es die beiden schnell, eine warme Stimmung zu erzeugen, mit Nähe zum Publikum, sehr natürlich und ungekünstelt.

Wolfgang Lackerschmid, der schon seit den siebziger Jahren die Jazzszene in Europa mitgestaltet, zauberte auf seinem Vibraphon, wobei es dem Laien immer wieder unerklärlich ist, wie man mit vier Schlägeln solcher Art Präzisionsarbeit leisten kann. Seine Improvisationen überzeugten in technischer als auch in musikalischer Hinsicht. Zu beachten war auch das Wurfbein, welches in besonders ekstatischen Momenten der Improvisationen zum Einsatz kam.

Die Improvisationslust Stefanie Stefanie Schlesingers hielt sich in Grenzen. Das war bedauerlich, insbesondere in Anbetracht der Lackerschmidschen Virtuosität. Aber auch die Sängerin konnte mit ihrer sauberen und sicher geführten Stimme bezaubern. Balladeske Titel wie "My funny Valentine" oder "Estate" - dieser wurde in Italienisch vorgetragen - werden in Erinnerung bleiben. Kraftvoll angelegte Stücke wollten nicht so recht überzeugen.

Natürlich gab es eine Hommage an Chet Baker. Wolfgang Lackerschmid arbeitete mit ihm von 1979 bis 1988 zusammen. In "Why should you cry?" konnte das Publikum erahnen, wie man sich fühlt, wenn man der Trompete von C. Baker lauscht.

Zum Abschied gab es eine sehr eigene und schöne Interpretation des Standards "Angel eyes" im 5/4 - Takt. Der Applaus, der leider sehr spärlich erschienenen Zuschauer, drückte Zufriedenheit aus und wer noch nicht genug hatte, konnte sich Stefanie Schlesinger (u.a. mit Group) via CD mit nach Hause nehmen.

Stefanie Schlesinger Group

18.9.2003 Moritzbastei

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