VIOSYS und Leipzig-Almanach: 25 Jahre Unterstützung

Simone Köhler und Matthias Gräfe von VIOSYS (Foto B. Kremberg)

Leipzig, Ende der 1990er: Noch bevor der Monolith Google die Netzwelt homogenisierte, bastelte ein Herr Voigt in Leipzig an „Findolin“, einer Suchmaschine von Nerds für Nerds. Das Projekt war von so eruptivem Erfolg gekrönt, dass es das Rechenzentrum der Universität Leipzig beinahe sprengte. Zehn Jahre später gründet sich die VIOSYS AG, schafft dann ein Content Management Systemnamens VIO.Matrix, spezialisiert sich, wird Google-Partner, begrüßt ersten akademischen Nachwuchs und vergrößert sich.

Aus dem kreativen Urknall wurde 2026 ein Jubiläum: Seit 25 Jahren verbindet das daraus geborene IT-Unternehmen VIOSYS auch eine tiefe Symbiose mit dem Kultur- und Online-Feuilleton Leipzig-Almanach, das es seit 2000 gibt und in dem bisher über 300 Autorinnen und Autoren über 3.000 Kritiken, Interviews, Gedichte und Berichte verfasst haben. Und das alles ehrenamtlich und mit der Unterstützung von VIOSYS.

Das Pragmatische und das Musische

Was wie ein technokratischer Zweckbund wirkt, entpuppt sich als gelebte Philosophie. Schon der Name VIOSYS schlägt die Brücke zwischen zwei Welten: VIO: die Violine. Sie steht für das Kreative, das scheinbar Leichte, hinter dem immense filigrane Arbeit steckt. SYS: das Systemische, steht für die technische Struktur, die Visionen überhaupt erst nutzbar macht. Diese Dualität prägt das Schaffen. VIOSYS domptiert Content-Management-Systeme so, dass sie für Laien bedienbar bleiben, treibt E-Commerce voran und bändigt die Bürokratie der öffentlichen Hand – etwa mit 38 Schulverwaltungs-Modulen im geschützten Intranet.

Ehrlichkeit statt Algorithmen-Kälte

Während die Tech-Branche oft von Hire-and-Fire gezeichnet ist, wuchs VIOSYS organisch von 3 auf 20 Köpfe. Ehemalige Studenten der Anfangstage sitzen noch heute im Boot. Das Erfolgsgeheimnis klingt fast anachronistisch für die Digitalwirtschaft: „Einander zuhören, ehrlich sein und aus Fehlern lernen.“ Diese Humanität spiegelt sich im Logo wider und fließt auch in soziale Projekte – von einem Schulprojekt in Gambia bis direkt vor die eigene Haustür.

Seit 25 Jahren stützt VIOSYS die Gesellschaft für Kunst und Kritik e.V. und sein Online-Feuilleton Leipzig-Almanach maßgeblich auf Spendenbasis. Beim jüngsten Treffen zwischen Matthias Gräfe, Simone Köhler (beide VIOSYS) und Bettina Kremberg (Leipzig-Almanach) wurde klar: Diese digitale Ehe ist krisenfest. Im Zeitalter flüchtiger Klicks ist diese Partnerschaft ein seltenes Kunstwerk: Ein Stück Kultur, getragen von klugem Code und einer großen Portion Menschlichkeit. – Zeit, sich auf journalistische Weise einmal zu bedanken!

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